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"Heute geht man in der Ausbildung ganz anders an MINT heran."

Kerstin Adam ist seit drei Jahren Lehrerin an der berufsbildenden Helene-Lange-Schule / Fröbel-Seminar in Mannheim. Hier bereitet sie angehende Erzieherinnen und Erzieher u.a. auf den MINT-Bereich vor.

Kerstin Adam (Mitte) mit Netzwerkoordinatorin Barbara Hackbarth-Burkart und Claus Diesing von Südwestmetall

MINT ist schon länger Bestandteil der Kita-Bildungsprogramme. Wie spiegelt sich das Ihrer Meinung nach in der Erzieherausbildung wider?
Ich spreche jetzt nur für unsere Fachschule. Wir bieten dieses Lernfeld an, seit Baden-Württemberg es in den Ausbildungsplan aufgenommen hat. Heute steht im Lehrplan „Naturwissenschaftliche und technische Lern- und Bildungsprozesse eröffnen, begleiten und erfahrbar machen". Und nicht zum Beispiel „Naturwissenschaften und Technik kindgerecht vermitteln". Allein die Bezeichnung spiegelt eine Veränderung wider.

Wie gehen die Schülerinnen und Schüler an Ihrer Fachschule mit diesem Lernfeld um?
Sie haben Vorbehalte aufgrund ihrer Erfahrungen aus der Schulzeit. Als Lehrerin muss ich sie erst an das Thema heranführen. Einmal pro Woche gehen sie in die Kita und dort merken die Schülerinnen und Schüler schnell, was es bedeutet und wie viel Spaß die Auseinandersetzung mit diesem relativ neuen Bildungsbereich machen kann.

Welche Beziehung haben Sie persönlich zu Naturwissenschaften, Mathematik und Technik?
Ich fing erst an, mich näher mit diesen Bildungsthemen zu beschäftigen, als ich schon Ausbilderin war. Ich habe mich eingearbeitet, fortgebildet und seitdem einen anderen Blick dafür entwickelt.

Welche Dinge laufen bisher gut und welche müssten sich in der Erzieherausbildung noch verbessern?
Heute geht man in der Ausbildung ganz anders an MINT heran. Der Ansatz ist viel praktischer geworden. Allerdings bin ich der Meinung, dass es in Deutschland Nachholbedarf bei den Fachschulkräften gibt. Hier könnte sich das echte Interesse an diesen Themen noch steigern. Ich persönlich halte es für einen großen Vorteil, was ich bei entsprechenden Fortbildungen lernen und dann an die neue Generation von Erzieherinnen und Erziehern weitergeben kann.

Ist MINT vor allem eine Chance für die männlichen Erzieher?
Bei technischen Themen sind die Jungen auf jeden Fall interessierter als die Mädchen. Die männlichen Erzieher haben die Möglichkeit, sich später im Berufsalltag ihren eigenen Kompetenzbereich zu erschließen. Vor allem in Kitas, in denen ältere Erzieherinnen arbeiten, wird die naturwissenschaftliche und technische Frühbildung immer noch lieber den Männern überlassen. Hier halten sich die Älteren oft zurück und beobachten erst einmal.

Die Erzieherausbildung dauert 4 Jahre. Welchen Herausforderungen müssen sich die angehenden Kitafachkräfte später stellen?
Die Erzieherin und der Erzieher wird mehr auf die Kinder eingehen und sich fragen: Was will das Kind? Die Blickrichtung hat sich stark geändert. Wir erziehen die Kinder nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Und das ist nicht nur im MINT-Bereich eine wichtige Voraussetzung für gute pädagogische Arbeit.

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