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Workshop "Klänge & Geräusche"

Augen zu und hingehört!

Herzschlagen, Schritte auf dem Fußboden, Türknarren, Straßenlärm, der durch das Fenster im Seminarraum dringt. Das sind die Eindrücke der ersten Minuten, die die 15 Trainerinnen und Trainer beim neuen Workshop der Stiftung im März 2012 zum Thema „Klänge und Geräusche" während der Aufwärmübung mit geschlossenen Augen wahrnehmen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele unterschiedliche Geräusche zu hören sind. Besonders die Geräusche des eigenen Körpers, die oftmals unbeachtet bleiben", war das Fazit der anschließenden Gesprächsrunde.

Nicht nur für die Teilnehmer, auch für Workshop-Leiterin Anna Phlippen und Co-Referentin Peggy Keßner ist diese Fortbildung eine Premiere: Zum ersten Mal gibt es beim „Haus der kleinen Forscher" einen Workshop zu akustischen Phänomenen, sowohl für Kita- als auch für Grundschulkinder. Es ist eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten. Im Seminarraum der Stiftung in Berlin sind Personen mit unterschiedlichen pädagogischen Hintergründen, Erfahrungswerten und Voraussetzungen zusammengekommen. Es gilt, eine gemeinsame Basis zu schaffen für die Trainerinnen und Trainer mit Erfahrungen im Kitabereich und die, die selbst Lehrkräfte an der Grundschule sind.

Anna Phlippen von der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" bei der Arbeit mit Grundschulkindern zum Thema Akustik

Unterschiede bei Kita- und Grundschulkindern?
Neben neuen Forscherideen zum Thema „Klänge und Geräusche" erhoffen sie sich Antworten auf viele Fragen, vor allem in Bezug auf die pädagogische Arbeit, die Kinder von drei bis sechs sowie von sechs bis zehn Jahren einschließt. Wo gibt es Lernunterschiede zwischen Kita- und Grundschulkindern? Wie reagieren die Kinder unterschiedlicher Altersstufen auf das freie Experimentieren? Die Teilnehmer wollen beim Workshop untereinander Erfahrungen austauschen und Informationen und Anregungen für die bald anstehenden eigenen Akustik-Workshops für pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, Horten und Grundschulen aufgreifen. Dort tauschen sie viele Ideen aus und geben sich z. B. Tipps, wie sie das gemeinsame Forschen von Kindern fördern können.

Konfetti, Spaghetti und spannende Geschichten
Anna Phlippen und Peggy Keßner leiten die Experimentierrunde ein. Neugierig betrachten alle die Utensilien, die über die Seminartische verstreut wurden: lose Spaghetti, leere Joghurtbecher, Linsen und Konfetti. Wie viele und welche Geräusche können mit den Materialien erzeugt werden? In Gruppen gehen die Akustikforscherinnen und -forscher ans Werk. Schnell finden sie Wege, verschiedenste Klänge hörbar zu machen.

Die Beschäftigung mit den klangmachenden Utensilien animiert eine der Gruppen spontan zu einem Hörspiel. Ein Teilnehmer dieser Gruppe stellt sich in die Mitte des Raumes und beginnt eine Geschichte zu erzählen, während seine Gruppenkollegen dazu die passenden Geräusche machen. Die restlichen Workshopteilnehmer konzentrieren sich blind auf ihren Hörsinn und machen sich anhand der Klänge ein Bild von der Geschichte, in der eine Frau an einem verregneten, stürmischen Tag eine Treppe herabsteigt, um draußen ihr Pferd zu satteln und an einem Bahnübergang vorbei über die Felder zu reiten.

Zeit für Selbstreflexion
Solche Interaktionen im Workshop, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer später reflektieren, tragen dazu bei, das eigene Bewusstsein für naturwissenschaftliche und pädagogische Aspekte zu stärken. Eine Teilnehmerin weiß aus ihrer langen Erfahrung: „Nur wenn pädagogische Fachkräfte das Experimentieren selbst für sich entdecken und Berührungsängste abbauen, können sie auch das freie Forschen der Kinder besser zulassen." Dabei kann jeder auf der Basis einiger pädagogischer Hilfestellungen seinen eigenen Weg zur Interaktion mit den Kindern finden. Die Freude an der Sache steht im Mittelpunkt.

Am zweiten Tag neigt sich der Workshop dem Ende. Zum Abschluss kommt ein altes Kinderspiel zum Einsatz: Die Trainerinnen und Trainer nehmen ihre Plätze im Halbkreis ein. Co-Referentin Peggy Keßner eröffnet die „stille Post" und flüstert ihrer Sitznachbarin durch eine Pappröhre eine Abschiedsbotschaft zu. Über ein Bechertelefon, eine Papierflüstertüte, Gläser und Trichter macht die Botschaft die Runde. Anna Phlippen ist als letzte an der Reihe und verkündet laut: „Vielen Dank für die zweite Gitarre!" Was war hier wohl die Ausgangsbotschaft?

 

 

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