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Berlin, 17. Februar 2016

Sprechen lernen mit Naturwissenschaften und Technik

Sprache und forschendes Lernen gehören zusammen. Frühe Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik kann Kindern beim Sprechen lernen helfen. Zu diesem Ergebnis kommen Expertinnen und Experten aus Praxis, Ausbildung und Forschung in der im Februar 2016 veröffentlichten „Frankfurter Erklärung zur frühen sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bildung“.

Die Verbindung von sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bildungsangeboten bietet vielversprechende Ansätze, um Kinder gezielt in ihrer sprachlichen Entwicklung und ihrem Naturverständnis zu unterstützen, so die Verfasserinnen und Verfasser der „Frankfurter Erklärung“.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Wenn Mädchen und Jungen Phänomene aus Natur und Technik erforschen, ergeben sich viele Anknüpfungspunkte für den sprachlichen Dialog und somit für die sprachliche Entwicklung. Forschende Kinder beschreiben ihre Entdeckungen, tauschen sich mit anderen darüber aus und versuchen im Gespräch zu erklären und zu beurteilen, was sie beobachtet haben.

Forschendes Lernen bietet daher auch Anknüpfungspunkte für die Inklusion und Sprachbildung von geflüchteten Kindern in Kita, Hort und Grundschule.


Sprache als Schlüssel zum Erfolg

Die Verfasserinnen und Verfasser der Frankfurter Erklärung sind sich einig: Sprache ist ein zentraler Schlüssel für privaten, schulischen und beruflichen Erfolg. Viele Studien belegen, dass Kinder mit andauernden Sprachdefiziten in vielen Lebensbereichen Probleme haben. Sprachliche Bildung sollte deshalb bereits in den ersten Lebensjahren einsetzen.

Ebenso sei eine gute naturwissenschaftliche Grundbildung eine wichtige Voraussetzung für die mündige Teilhabe in unserer Gesellschaft. Kinder sollten bereits früh die Chance haben, sich grundlegende naturwissenschaftliche Fähigkeiten anzueignen. Zahlreiche kognitions- und entwicklungspsychologische Studien weisen darauf hin, dass schon Kleinkinder über erste naturwissenschaftliche Kompetenzen verfügen und sich für Phänomene aus der Natur und der Welt der Technik interessieren.


Sinnvolle Verzahnung: Sprachliche Bildung und forschendes Lernen

Die Expertinnen und Experten hinter der „Frankfurter Erklärung“ plädieren deshalb dafür, bei der Gestaltung von Bildungsangeboten die sprachliche Bildung mit naturwissenschaftlichem Forschen und Entdecken für Kinder im Kita- und Grundschulalter zu verbinden und so beide Bildungsbereiche von Anfang an zu verzahnen und zu stärken. Eine solide fachliche Fundierung und kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung sind dabei unabdingbar.

Grundlage für die „Frankfurter Erklärung“ sind die Ergebnisse des Frankfurter Fachforums „Sprache und Naturwissenschaften“ vom März 2015: Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Ausbildung diskutierten, ob und wie diese Bereiche der frühen Bildung miteinander verknüpft werden können. Ein Fokus waren Studien zur Sprachförderung bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache.                                              

Die Ergebnisse des Fachforums haben die Expertinnen und Experten in den vergangenen Monaten weiter ausgearbeitet und ihre Positionen in der „Frankfurter Erklärung zur frühen sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bildung“ zusammengefasst.

Veranstalter des Fachforums waren die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die Baden-Württemberg Stiftung, die Metzler Stiftung und die Siemens Stiftung.

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