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Ein Kind liegt dem Golden Retriever Balu gegenüber

Ohne Worte: Leon kommuniziert mit Kita-Hund Balu

Kita-Leiterin Constanze Stock, gemeinsam mit Kindern und dem Golden Retriever Balu

Kita-Leiterin Constanze Stock: "Auch die Jüngeren agieren bereits mit Balu."

Ein Junge kuschelt mit dem Golden Retriever

Halim verrät Balu ein Geheimnis.

Der Hund reagiert auf Körpersprache und Handzeichen

Auch Körpersprache und -kontakt gehören zur Kommunikation.

Balu sitzt zwischen zwei Kindern, auf seiner Pfote liegt ein Leckerlie

Balu darf das Leckerlie von seiner Pfote erst fressen, wenn es Lara und Elias erlauben.

Der Hund liegt in einem Kreis mit der Kita-Leiterin Constanze Stock und Kindern

Constanze Stock in einer Balu-Runde mit Halim, Elias und Lara

Pädagoginnen und Kinder laufen wie Balu auf "allen Vieren"

Laufen wie Balu: Constanze Stock und Jacqueline Gawlitta regen die Kinder zur Bewegung an.

Ein Mädchen sitzt auf dem Fußboden vor einem Buch und kommuniziert mit dem Hund

Sanjana schaut sich mit Balu ein Buch an und erzählt ihm, was zu sehen ist.

Ein lachender Junge liegt neben dem Golden Retriever

„Wenn wir uns wohlfühlen, haben wir Lust, zu sprechen", sagt Sprachberaterin Anja Matzke-Hellem.

Sprechstunde mit Balu

Balu spricht kein einziges Wort. Dennoch kommunizieren die Kinder der Kita „Froschkönig“ in Halle an der Saale tagtäglich mit bzw. mit Hilfe des verspielten, geduldigen Golden Retrievers. Seit drei Jahren gehört er als Therapiebegleithund zur Kita.

Balu sucht Blickkontakt zu Lara, Fotos: Jacqueline Gawlitta, Anja Matzke-Hellem

Balu wurde ein Jahr lang zum Therapiebegleithund ausgebildet", erzählt Leiterin Constanze Stock, die das Tier im Sommer 2011 als Welpe in die Kita brachte. Die Kita „Froschkönig" mit 120 Kindern hat sich auf die tiergestützte Pädagogik und Sprachförderung spezialisiert. Das bedeutet, dass Haustiere wie Balu als motivierende „Co-Pädagogen" täglich in die Arbeit eingebunden werden. Die Kita befindet sich in einem so genannten sozialen Brennpunkt. Im letzten Jahr hat die Leiterin die „Balu-Runde" als besonderes Angebot eingeführt – dahinter steckt ein Kita-eigenes Konzept zur gezielten Förderung von Mädchen und Jungen, die besondere Unterstützung bei ihrer Sprachentwicklung und ihrem Sozialverhalten brauchen. „In der Balu-Runde treffen sich bis zu sechs Kinder ab vier Jahren, die etwa ein halbes Jahr lang eine Stunde pro Woche mit Hilfe des Hundes gefördert werden“, so die Diplom-Sprechwissenschaftlerinnen Jacqueline Gawlitta und Anja Matzke-Hellem, die der Kitaleiterin als Sprachberaterinnen unterstützend zur Seite stehen.

Balu auf facebook

Balu hat eine eigene facebook-Seite mit vielen Fotoswww.facebook.com/KitaHund.Balu

Seine Ausbildung zum Kita-Hund erfolgte im Therapie- und Ausbildungszentrum Magdeburg und hat 1.800 Euro gekostet. Die Ausbildung wurde durch Sponsoren finanziert. Gefördert wird das Kita-Projekt zudem im Rahmen der "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die beide Sprachberaterinnen finanziert.

Die "Balu-Runde"
Jede Stunde mit Balu wird intensiv vorund nachbereitet und von Leiterin Constanze Stock zusammen mit einer weiteren Erzieherin durchgeführt. Es gibt ein Begrüßungs- und Abschiedsritual, Regeln im Umgang mit dem Hund werden wiederholt, Bewegungs- und Konzentrationsspiele und eine Feedbackrunde finden statt. Jacqueline Gawlitta erklärt: „Die Kinder spüren hierbei den Fokus nicht auf sich. Sie haben einfach Spaß daran, mit Balu zu üben und zu spielen und wollen dabei alles richtig machen. Sie stärken ihre kommunikativen Fähigkeiten sozusagen nebenbei." Der kommunikative Austausch zwischen Balu und den Kindern verläuft situativ und ist durch natürliche und spontane Reaktionen auf beiden Seiten bestimmt. Die Anwesenheit Balus sorgt dabei für eine Atmosphäre des Vertrauens und der Wertschätzung. Er ist schnell Freund, Vertrauter und Geheimnisträger der Kinder. „Wenn wir uns wohlfühlen, haben wir Lust, zu sprechen", sagt Sprachberaterin Anja Matzke-Hellem.

Balu hilft bei Körperhaltung, Stimme und Gestik
Balu hilft den Mädchen und Jungen z. B. dabei, Hemmungen und Ängste beim Sprechen und im Verhalten mit anderen abzubauen. Er regt ihre Fantasie und Kreativität als Grundlage für Sprechfreude an. Da der Hund auch auf nonverbale Kommunikation wie Handzeichen reagiert, erleben Kinder, deren Sprache noch nicht so gut verständlich ist, Erfolg mit ihren Äußerungen. Durch Kommandos, die sie dem Hund geben, werden zusätzlich Körperhaltung und Stimme der Kinder gestärkt, denn der Hund erwartet im Training instinktiv eine aufrechte, wache und selbstbewusste Haltung. Die Interaktion mit Balu erfordert außerdem einen intensiven Blickkontakt, der Vorrausetzung für sprachliche und soziale Beziehungen ist. Constanze Stock weist darauf hin: „Die ‚Balu-Runde' ersetzt keine Therapie, sondern ist eine Ergänzung zur alltagsintegrierten Sprachförderung in unserer Kita. Sie ist nur erfolgreich, wenn sie nicht isoliert stattfindet, sondern einen Bezug zum Alltag der Kinder hat." Das gesamte Kita-Team greift die Förderaspekte der „Balu-Runde" daher im Kita-Alltag auf. Die Eltern werden ebenfalls intensiv einbezogen, z. B. durch Elternnachmittage. Balu hat im Oktober 2013 tierische Unterstützung bekommen: Hund Lennox, ein drei Jahre alter Goldendoodle, „arbeitet" sich seitdem langsam ein. Er macht gerade seine Ausbildung zum Besuchshund, denn „in einer Kita sollten nur ausgebildete Hunde arbeiten", davon ist die Kita-Leiterin überzeugt. Beide Hunde gehen in die Morgenkreise, spielen mit den Kindern im Garten und sind ihre besten Freunde. Zum Schlafen und an den Wochenenden geht Balu mit Constanze Stock nach Hause, Lennox mit Erzieherin Anja Renner. Alle anderen „tierischen Helfer" – Kaninchen, Meerschweinchen und Fische – leben in der Kita.

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