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In der Wollwerkstatt

Verschiedene Wollarten werden untersucht
Wie riecht verschiedene Wolle? Wie fühlt sie sich an?
© Magret von der Forst-Bauer
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Drei Schafe auf der Weide
Schafe werden ein- bis zweimal im Jahr geschoren, meistens im Frühling oder Frühsommer.
© Susanne Schubert
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Wolle ist ein natürlicher Rohstoff für Kleidung. Wie wird aus dicker Schafswolle ein dünner Strickfaden für die Mütze? Und wie geht es den Tieren, die ihre Wolle hergeben müssen?

Sie brauchen:

  • verschiedene Arten gewaschene Rohwolle oder Wollvlies -
    1 kg entspricht etwa einer gefüllten Einkaufstüte und reicht für ca. 20 Kinder.
  • Hundebürste (Zoohandlung) oder Handkarde (spezielle Bürste für Wollverarbeitung)
  • Lupen
  • Schälchen
  • glatte Holzstäbe (z. B. Stricknadeln)

So funktioniert's:

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1 Alltagsbezug aufgreifen

Viele Kinder tragen, wenn es kühler wird, Mützen, Schals und Socken – auch aus Schafwolle. Vielleicht haben sie auch schon einmal jemandem beim Stricken oder Häkeln der Sachen zugesehen. Einen Wollfaden haben die Kinder ganz sicher schon einmal in der Hand gehabt.

2 Wolle unter der Lupe

Die unterschiedlichen Wollarten werden auf Schälchen verteilt. Die Kinder untersuchen nun zunächst die Wolle: Wie fühlt sich die Wolle an? Wie sieht sie aus? Wie riecht sie? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Wollarten?
Stellen Sie mit den Kindern Überlegungen an, warum die Wollarten sich unterscheiden. So erfahren die Kinder, dass es verschiedene Schafrassen gibt und diese auch durch ihre Wolle an unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst sind. Nimmt man die Wolle genauer unter die Lupe, lässt sich viel Überraschendes entdecken. Selbst in der gewaschenen Wolle stecken noch kleine Äste, Reste von Gras, Pflanzensamen oder Ähnliches.
Zupfen Sie mit den Kindern noch vorhandene kleine Äste, Samen oder Knoten mit den Fingern heraus. Dabei können Sie mit den Kindern über verschiedene Funktionen der Schafwolle, z.B. das Verbreiten von Pflanzensamen nachdenken.

3 Aus der Wolle wird ein Faden

Dann wird die Wolle dünn auseinandergezogen und auf die Bürsten gelegt. Durch die "Haken" wird die Wolle gekämmt. Fertig ist ein weiches Wollvlies, das von den Bürsten gezupft wird. Dieser Vorgang wird wiederholt, dann kann das Vlies zu einem Faden verarbeitet werden.
Das Wollvlies wird vorsichtig auseinandergezogen, sodass ein dünner Anfang entsteht. Dieser wird um einen glatten Holzstab gelegt. Mit einer Hand wird dieser Anfang festgehalten und gleichzeitig mit einer Drehbewegung des Stabes weiteres dünnes Wollvlies auf den Stab gewickelt. Der Faden wird dabei in sich gedreht. Nach und nach wird mit der anderen Hand langsam das Vlies zugeführt. Dann lässt man den Faden vom Stab nochmal abrollen und ihn mit der Kreisbewegung wieder aufwickeln. Durch die Wiederholung wird der Faden fester verzwirnt. Achtung: Die Abrollbewegung ist anders als die Aufwickelbewegung. Aus dem gezwirnten Faden können z.B. Armbänder hergestellt werden. Variante: Zwei Kinder nehmen gemeinsam ein Stück Wollvlies, ziehen es in die Länge und verdrehen es gegengleich so lange, bis ein gezwirnter Faden entsteht, der ihnen dünn genug ist.

4 Wie geht es dem Schaf ohne Wolle?

Gehen Sie mit den Kindern weiter ins Gespräch über den Gebrauch von Wolle und zur Tierhaltung: Wann brauchen wir Wolle? Warum wohl tragen wir Wollkleidung meistens im Winter? Warum sind eigentlich nicht alle Kleidungsstücke aus Wolle? In dem Zusammenhang lassen sich auch Ideen und Fragen zur Tierhaltung besprechen, z.B. wie geht es Schafen, die geschoren werden? Wie eine konkrete Auseinandersetzung mit (tier-)ethischen Fragen gelingen kann, finden Sie zum Beispiel in den Heften der Dr. Axe-Stiftung.

Tipp: Wenn es die Möglichkeit gibt, können die Kinder im Vorfeld einen Lernbauernhof oder einen Archehof mit Schafen besuchen. Die Kinder können vorher Überlegungen über das Leben der Schafe anstellen und diese dann vor Ort überprüfen. Bei der Auswahl des Lernortes ist es wichtig, dass die Tiere dort artgerecht gehalten werden. Im Zusammenhang mit Artenvielfalt ist es besonders interessant, wenn dort unterschiedliche und auch alte Nutztierrassen vertreten sind.

 

 

5 Wissenswertes für Erwachsene

Erleben Kinder frühzeitig, unmittelbar und (inter-)aktiv, dass es verschiedene Tiere, Pflanzen und Lebensräume gibt, welche Funktionen sie füreinander und für den Menschen haben, wird damit das Fundament für die spätere Wertschätzung von Vielfalt gelegt. Bezogen auf Nutztiere heißt das, zunächst darüber nachzudenken, was z.B. Schafe mit dem Alltag der Kinder zu tun haben. Daran anknüpfend werden Mädchen und Jungen für das Thema Artenvielfalt sensibilisiert.
Die Kinder lernen einzelne Schritte der Wollverarbeitung kennen, indem sie sie selbst ausprobieren. Selbst etwas herzustellen bietet viele Erfahrungsmöglichkeiten: Die Kinder verstehen Zusammenhänge zwischen Herkunft und Verwendung des Rohstoffes und lernen, Produkte wertzuschätzen. Sie entdecken altes Handwerk und können es mit heutigen Techniken vergleichen.

Diese Forscheridee wurde in Zusammenarbeit mit Innowego und Dr. Axe-Stiftung erstellt.

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