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Foto: Purestock / Thinkstock

Ohne Worte

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In diesem Versuch kommunizieren die Kinder nur mit Hilfe von Mimik und Gestik: Wie drückt man z. B. ein "Danke", "Bitte", "Ja" oder "Nein" aus, ohne dass man die Worte ausspricht?

Alltagsbezug

Viele unserer Körperbewegungen sind Botschaften, z. B. ein Kopfschütteln, ein Nicken oder eine erhobene offene Hand. Wir brauchen oft gar keine Worte, um zu kommunizieren, denn mit unserem Körper können wir uns vielfältig ausdrücken und werden dabei meistens auf Anhieb verstanden.

Der Versuch beginnt

Stellen Sie sich mit den Kindern in einem großen Kreis auf. Dabei darf sich gerne jede und jeder neben seine beste Freundin oder seinen besten Freund stellen, denn die Mädchen und Jungen sollen sich reihum begrüßen, als ob sie sich nach langer Zeit wiedersehen. Dabei sollen möglichst viele unterschiedliche Gesten verwendet werden, z. B. Winken, Nicken, Händeschütteln, geheime Fingerzeichen, Schulterklopfen, Umarmungen oder ein kleiner Wangenkuss – was fällt den Mädchen und Jungen noch ein? Können die Kinder dabei komplett ohne Worte auskommen?

Sprechen Sie anschließend mit den Kindern darüber, welche Körperteile an ihren Begrüßungen beteiligt waren. Vielleicht wundern sich die Mädchen und Jungen, wie viele es sind: wir reißen die Augen auf oder blinzeln uns zu, formen ein Lächeln mit dem Mund, richten den Kopf auf oder legen ihn schief, wir breiten die Arme aus, drücken und knuddeln uns, beugen uns zueinander und tun noch vieles andere mehr mit unserem Körper.

So geht es weiter

Sammeln Sie jetzt gemeinsam mit den Mädchen und Jungen, was sie noch durch Gesten und ohne Worte ausdrücken können. Wie sehen z. B. „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“ oder „Danke“ in Körpersprache aus? Wie ist es mit Anweisungen wie „Langsam“, „Schnell“, „Stopp“, oder „Ruhe“?

Vielleicht haben einige Kinder schon die Erfahrung gemacht, dass manche Gesten in anderen Ländern eine andere Bedeutung haben. In Bulgarien und Griechenland wird beispielsweise eine Kopfbewegung für „Nein“ verwendet, die unserem zustimmenden Nicken sehr ähnlich ist! Probieren Sie mit den Mädchen und Jungen aus wie es ist, eine bestimmte Geste zu machen und dabei genau das Gegenteil mit Worten auszusprechen, z. B. „Ja“ sagen und dabei den Kopf schütteln oder mit fuchtelnden, wegscheuchenden Armbewegungen „Komm her“ zu sagen? Funktioniert das? Wie fühlt sich das an?

Der Hintergrund

Gesten sind besonders nützlich, um über größere Entfernungen zu kommunizieren, z. B. um jemanden auf der anderen Straßenseite zu begrüßen oder ihn zu sich zu winken. Oft ist ein Kopfnicken oder -schütteln aber auch einfach nur bequemer, als zu sprechen. Einige Menschen machen auch viele Arm- und Handbewegungen während sie sprechen. Dieses Gestikulieren ist bei manchen Leuten stärker ausgeprägt als bei anderen und passiert meistens spontan. Es lässt Erzählungen oft lebendiger wirken, da die Körpersprache das Gesagte untermalt und verdeutlicht. Viele Gesten sind intuitiv, so ahmt eine Hand beim „Heranwinken“ das „zu sich Schaufeln“ von Gegenständen nach und eine ausgestreckte Handfläche, die „Stopp“ sagt, wirkt wie ein Schutzschild, das man vor sich hält. Deshalb ist es manchmal nicht so leicht das Gegenteil von dem zu sagen, was man macht.

Ideen zu Fortsetzung

In anderen Kulturen, Berufs- oder Gesellschaftsgruppen gibt es oft ganz besondere Formen der Begrüßung: Inuit halten ihre Nasen aneinander, beim Militär wird die Hand an die Stirn gehoben und bei Hofe wird geknickst. Welche speziellen Bewegungen fallen den Mädchen und Jungen noch ein? Vielleicht möchten die Kinder auch ihre eigenen Gesten und „Worte“ in Körpersprache erfinden, die nur die Gruppe kennt, und mit der man sich in den kommenden Tagen oder Wochen verständigen kann, ohne dass Außenstehende es mitbekommen!

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