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Die Materialien

Sauer ist nicht immer lustig!

Das rechte Glas ist mit Zitronensäure versetzt

Sauer ist nicht immer lustig!

Eierschale bestrichen mit Flouridgel

Sauer ist nicht immer lustig!

Das linke Glas ist nur mit klarem Wasser befüllt

Sauer ist nicht immer lustig!

Je länger das Ei in der säurehaltigen Lösung bleibt, desto mehr zersetzt sich die Schale

Sauer ist nicht immer lustig!

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Sie brauchen

  • Kleiner Spiegel
  • Fluoridgel
  • Mind. 2 braune Eier
  • 2 Trinkgläser
  • Wasser
  • Kristalline Zitronensäure (aus Supermarkt oder
    Apotheke) o. Zitronensaft
  • Wasserfester Stift
  • 1 Löffel
  • Handtuch/Küchenpapier

Zahngesundheit ist zugleich Voraussetzung und Ergebnis einer gesunden Ernährung. Oft erhalten Kinder den Hinweis: „Putz deine Zähne, sonst bekommen sie Löcher!“ Was aber passiert mit den Zähnen, wenn wir gesundes Obst essen oder Fruchtsaft trinken?

Alltagsbezug

„Süßes macht die Zähne kaputt!“ heißt es häufig. Aber nicht nur Süßes greift die Zähne an, sondern beispielsweise auch die Säure in Obst und Fruchtsäften.

Der Versuch beginnt:

Kennen die Kindern das „Wackelzahn“-Buch oder die Geschichte vom kleinen Bären, der sich zum ersten Mal die Zähne putzen soll? Was mögen die Kinder am Zähneputzen? Wie, wann und weshalb putzen sie ihre Zähne? Ermutigen Sie die Kinder, ihre Erfahrungen und Meinungen zum Zähneputzen auszutauschen. Mit Hilfe eines Spiegels können die Kinder ihre Zähne genau betrachten: Wie viele Zähne haben sie im Mund? Sind es noch die Milchzähne oder schon die bleibenden Zähne? Unterscheiden sich die Zähne voneinander? Können die Kinder die Zwischenräume zwischen den Zähnen entdecken? Wichtig für eine gute Zahnpflege ist auch ein Bewusstsein für die eigene Ernährung: Was essen die Kinder? Trinken sie gerne und oft über den Tag verteilt Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Getränke? Wann essen sie Süßes und wann putzen sie sich die Zähne? Insbesondere Säuren greifen den Zahnschmelz, die Schutzhülle unserer Zähne, an. Die Eierschale ist ein gutes Modell, um zu veranschaulichen, was passiert, wenn die Säure auf den Zahnschmelz trifft. Bitten Sie die Kinder, zwei Gläser etwa halbvoll mit klarem Wasser zu füllen. In eines der Gläser mischen sie dann ca. 1 TL kristalline Zitronensäure oder ca. 2-3 TL Zitronensaft. Dieses Glas sollte gekennzeichnet werden.

So geht es weiter

Auf einem Ei markieren die Kinder mit dem Stift eine Fläche, bestreichen diese mit dem Fluoridgel und legen das Ei dann in das Glas mit der Zitronen-Wasser-Lösung. Das zweite Ei legen die Kinder in das Glas mit dem klaren Wasser. Bitten Sie die Kinder, zu beobachten, zu beschreiben und zu vergleichen was sie sehen. Es bietet sich an, für das genaue Betrachten die Lupen zu verwenden.

Das passiert

Das Bestreichen des Eies mit dem Fluoridgel ist im weitesten Sinn mit dem Zähneputzen vergleichbar: Mit der Zahnbürste entfernen wir nicht nur Speisereste von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen, sondern tragen auch schützendes Fluorid auf die Zähne auf. An den unbehandelten Stellen des Eies in der Wasser-Säure-Lösung bilden sich innerhalb kurzer Zeit viele winzige Gasblasen, die nach einiger Zeit nach oben steigen. Diese zeigen an, dass eine Reaktion der Säure mit Stoffen aus der Eierschale stattfindet. An der Stelle der Eierschale, auf die das Fluoridgel aufgetragen wurde, bilden sich erst später und wesentlich weniger Blasen. Je länger das Ei in der säurehaltigen Lösung bleibt, desto mehr zersetzt sich die Schale.  An dem Ei das im klarem Wasser liegt, sind keine Reaktionen zu beobachten, es bilden sich keine neuen Blasen.

Ideen zur Fortsetzung

Nachdem das Ei mindestens 10 Minuten in der Wasser-Säure-Lösung gelegen hat, nehmen die Kin-der es mit Hilfe des Löffels heraus und trocknen es behutsam ab. Was können die Kinder beobachten, wenn sie nun mit den Borsten der Zahnbürste über die Eischale streichen? Weisen Sie die Kinder in diesem Zusammenhang darauf hin, sich die Borstenspitzen der Zahnbürste genau anzuschauen: Diese sind von der braunen Eierschale etwas braun gefärbt. Die Säure hat die Schale angegriffen und die Zahnbürste hat nun die obere Schicht der Schale abgerieben.

Der Hintergrund

Der Zahnschmelz stellt die äußerste Schicht des Zahns dar und ist ein sehr hartes Gewebe.  Zahn-schmelz setzt sich aus Mineralstoffen (Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium) und Carbonat zusammen sowie aus Eiweißen und Fetten. In einem ständigen Kreislauf werden aus dem Zahnschmelz Mineralien herausgelöst (Demineralisierung) und wieder eingebaut (Remineralisierung). Kommt der Zahnschmelz in Kontakt mit Säuren, verläuft die Demineralisierung schneller als die Remineralisierung. Über Monate und Jahre entstehen dadurch  Erosionen, der Zahnschmelz wird dünner und ist weniger wider-standsfähig. Das alles kann zu Löchern in den Zähnen führen. Fluor in der Zahnpasta und dem Flouridgel unterstützt die Remineralisierung. Wie und wann flouridhaltige Zahnpasten verwendet werden können, sollte beim Zahnarztbesuch geklärt werden. Auch der Speichel trägt zur Remineralisierung des Zahnschmelzes bei und spült außerdem Essensreste von den Zähnen.

Gesunde Ernährung - gesunde Zähne

Die Säure in Lebensmitteln und Getränke (beispielsweise Obst, Fruchtsäfte, Limonaden) greift den Zahnschmelz an. Zucker in Lebensmitteln und Getränken sowie Speisereste in und zwischen den Zähnen ein gutes „Futter“ für die Bakterienkulturen in unserem Mund dar. Die Bakterien wandeln Zucker und Speisereste säurehaltige Stoffwechselprodukte um. Obst und Gemüse sind wichtig für eine gesunde, vitamin-, mineral- und ballaststoffreiche Ernährung, so dass wir nicht darauf verzichten können. Auch auf Kuchen, Bonbons und Schokolade muss nicht gänzlich verzichtet werden. Wichtig ist: Je öfter und länger Süßes und Saures im Laufe des Tages verzehrt werden, desto öfter entsteht ein saures Milieu im Mund, das die Demineralisation der Zähne fördert. Deshalb muss die Zahnpflege entsprechend angepasst werden.Während der Zahnschmelz noch „weich“ ist, also kurz nach dem Kontakt mit Säuren, wird empfohlen die Zähne nicht zu putzen. Ähnlich wie beim Ei zu beobachten war, das in der Wasser-Säure-Lösung lag, führt nämlich das Bearbeiten des weichen Zahnschmelzes mit der Zahnbürste zu dessen Abrieb. Stattdessen ist das Spülen mit Wasser und gründliche Reinigen der Zahnzwischenräume kurz nach dem Essen eine erste Zahnpflegemaßnahme. Etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Essen, ist es dann Zeit zu Zahnbürste und Zahnpasta zu greifen. Um die Demineralisierung einzudämmen können zudem säurehaltige mit calciumreichen Le-bensmitteln kombiniert werden (beispielsweise Joghurt mit Obst, Käse mit Obst). Nutzt man einen Trinkhalm zum Trinken, werden die säurehaltigen Säfte zu großen Teilen an den Zähnen „vor-beigeschleust“.

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Kommentare 2 Einträge

Stiftung Haus der kleinen Forscher | 03.08.2015 10:13 Uhr

Wir meinen Fluorid!

Liebe Frau Stöldt, danke für den Hinweis! Natürlich meinten wir an allen Stellen Fluorid! Diesen Tippfehler haben wir eben berichtigt... Schönen Gruß!

Annette Stöldt | 20.07.2015 18:47 Uhr

Fluorid - Flouridgel

Hallo,
ich wüsste gern, warum das Gel Flouridgel, also ou geschrieben wird. Alles andere Fluorid, Fluoridzusatz, fluoridhaltig, fluoridfrei ...wird mit uo geschrieben?

LG
Annette Stöldt

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