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Kinder erforschen das Schneckentempo. (Foto: Fotolia.com)

Schneckentempo

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Sie brauchen

  • Schnecken zum Beobachten,
    also am besten eine Wiese oder einen Weg nach dem Regen
  • Futter für die Schnecke,
    z. B. Gurken- oder Apfelstückchen, Salatblätter
  • Stoppuhr
  • Kreide oder Stöckchen
  • Maßband

Bei diesem Versuch geht es um Zeit, genauer gesagt um Tempo. Dieses Mal wird jedoch nicht die Schnelligkeit gemessen, sondern das Gegenteil: die Langsamkeit. Gemeinsam mit den Kindern untersuchen Sie, was langsam eigentlich bedeutet.

Alltagsbezug

Wie oft heißt es, „Bummel doch nicht so!“, wenn die Kinder beim Anziehen morgens trödeln oder nicht so schnell zur Kita laufen wollen und stattdessen an allen Ecken etwas Interessantes zum Beobachten finden. Auch Erwachsene hört man oft klagen, dass sie viel zu wenig Zeit hätten oder ihnen die Zeit davonliefe. Messen wir die Zeit, dann geht es meist um Pünktlichkeit oder darum, möglichst schnell zu sein. Aber kann man auch das Gegenteil, die Langsamkeit, messen?

Der Versuch beginnt

Besprechen Sie morgens mit den Kindern, dass sie heute „gaaanz laaangsame“ Tiere besuchen werden. Welche fallen den Mädchen und Jungen ein? Ist auch die Schnecke dabei? Warum, meinen die Kinder, ist sie ein langsames Tier? Was bedeutet eigentlich langsam? Wo fängt die Langsamkeit an? Welche anderen langsamen Dinge fallen den Kindern ein?

Basteln Sie gemeinsam Schnecken (ein Stück Schnur wird bemalt und dann in Form eines Schneckenhauses aufs Papier geklebt) oder singen Sie ein Schneckenlied. Was vermuten die Kinder, frisst die Schnecke am liebsten? Packen Sie ein wenig Schneckenfutter zusammen. So vorbereitet geht es auf die Schneckensuche. Haben Sie welche gefunden, dürfen die Mädchen und Jungen die Tiere vorsichtig berühren oder sie vielleicht sogar auf die Hand nehmen. Besprechen Sie mit den Kindern, dass es für die Schnecke natürlich sehr aufregend ist, hochgehoben und berührt zu werden, so dass sie nach einigen Minuten unbedingt wieder in Ruhe gelassen werden muss.

Für das Schneckenrennen markieren die Mädchen und Jungen mit Kreide oder Stöckchen den Standpunkt einer Schnecke. In einer Entfernung von ca. zehn Zentimetern wird nun etwas von dem mitgebrachten Schneckenfutter ausgelegt. Ist die Schnecke aufgeregt, verkriecht sie sich eventuell zunächst in ihrem Haus und man muss ein bisschen warten, bis sie wieder herauskommt und sich in Bewegung setzt. Dann wird die Zeit gemessen. Wie weit ist die Schnecke nach einer Minute gekommen? Und wie lange dauert es, bis sie ihr Futter erreicht?

So geht es weiter

Können wir Menschen genauso langsam sein wie die Schnecke? Veranstalten Sie mit den Kindern ein "Schneckenrennen". Eine Rennstrecke wird festgelegt. Anders als sonst, gewinnt dabei jedoch nicht der Schnellste, sondern derjenige, der sich am langsamsten bewegt und damit als Letzter das Ziel erreicht. Geschummelt werden darf nicht! Die Mädchen und Jungen dürfen nicht stehen bleiben, sondern müssen sich tatsächlich immer bewegen. Auf die Plätze, fertig, los!

Der Hintergrund

Schnecken gehören zu den Weichtieren, d. h. sie haben keine Knochen. Ihr weicher Körper wird durch eine ledrige Haut geschützt. Durch Zusammenziehen ihrer Muskeln bewegt sich die Schnecke wellenartig vorwärts. Die Schleimspur, die sie dabei hinterlässt, schützt den Körper vor dem rauen Untergrund. Mit ihren Fühlern ertastet sie den Weg – sie besitzt 2 Paar. Auf den längeren sitzen die Augen, die kürzeren Fühler dienen zum Riechen und Tasten.
Da ihr feuchter Körper schnell austrocknet, meiden Schnecken die Sonne und sind eher in der Nacht aktiv. Bei Regenwetter begegnen wir ihnen aber auch tagsüber. Die Lieblingsspeise der Schnecke ist grüner Salat, sie frisst aber auch andere Gräser und Blätter. Auf ihrer Zunge hat sie winzige Hornzähnchen, mit denen sie die Nahrung zerbeißt. Weinbergschnecken sind übrigens streng geschützt. Man darf sie nicht ohne Weiteres aus ihrer Umgebung wegnehmen!

Ideen zur Fortsetzung

Laden Sie einige Schnecken für 1-2 Wochen in Ihre Kita ein. Als Schneckenunterkunft eignet sich ein kleines Aquarium oder großes Glas. Als Untergrund werden Erde und Sand in das Gefäß hineingegeben (eine Schicht von ca. 5 cm) und darüber Moos oder ein Stück ausgestochener Rasen gelegt. Darauf werden noch Blätter gegeben und einige Ästchen hineingesteckt, so dass die Schnecken daran empor krabbeln können. Die Tiere brauchen Feuchtigkeit. Vor ihrem Einzug, und auch danach, sollte alles regelmäßig mit Wasser eingesprüht werden.
Damit die Schnecken nicht aus dem Gefäß klettern, wird die Öffnung mit einem Fliegennetz, einem Stück alter Gardine oder einem Damenstrumpf überspannt. Legen Sie mit den Kindern fest, wie Sie sich gemeinsam um die Gäste kümmern wollen. Die Schnecken müssen gefüttert und nach einigen Tagen ihre Unterkunft gereinigt, aufgeräumt und mit Wasser eingesprüht werden. Planen Sie keinen allzu langen Aufenthalt - Schnecken sind natürlich am liebsten in der freien Natur. Bringen Sie sie nach spätestens zwei Wochen gemeinsam mit den Kindern dahin zurück, wo Sie sie gefunden haben.

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Kommentare 1 Einträge

Barbara Maué | 13.09.2013 12:44 Uhr

Wie laufen Schnecken?!

1. Die Schnecken gleiten auf Ihrem Fuß, ihrer Kriechsohle vorwärts, damit das klappt sondern sie dabei Schleim ab: gut zu beobachten, wenn frau die Schnecke auf eine Glasscheibe setzt und dann von unten beim "Gleiten" zuschaut!

2. Da sie gleiten und nicht wirklich kriechen, ist der Untergrund entscheidend für das Fortkommen/die Schnelligkeit: gleich lange Strecken auf verschiedenen Untergründen von den Schnecken zurücklegen lassen und Zeit messen. Wie sehen die "Wege" hinterher aus?

3. Weinbergschnecken lassen sich auch gut längere Zeit im Terrarium halten ähnlich wie Fische oder Vögel im Käfig/Aquarium. Nur auf Feuchtigkeit, Futter und Kalkzufuhr und Versteckmöglichkeiten achten! Altes Futter unbedingt entfernen!

Weinbergschnecken sind nach Bundesartenschutzverordung geschützt, Ausnahmen aber möglich, deshalb bei der Unteren Landschaftbehörde (in der Stadtverwaltung oder Kreisverwaltung) nachfragen.

Oder gleich eine der kleineren Verwandten der Schnirkelschnecken nehmen!

Weitere Infos zu Schnecken und Beobachtungsvorschläge: www.nabu.de: einfach Schnecken in Suchwort eingeben!


Viel Spaß mit den Schneckchen!

Barbara

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